Das Nest im alten Baum

Mach es dir ganz gemütlich. Schließe deine Augen und spüre, wie dein Bett dich trägt. Atme langsam ein und wieder aus. Traumilo streut ein wenig Traumstaub über dich und schon findest du dich auf einem stillen Weg im Miralumiwald wieder.

Vor dir steht eine uralte Eiche. Ihr Stamm ist so breit, dass du deine Arme niemals ganz darumlegen könntest. Zwischen ihren Ästen entdeckst du etwas Merkwürdiges: ein riesiges Nest. Eine kleine hölzerne Treppe windet sich um den Stamm nach oben. Traumilo steigt mit dir hinauf.

Als ihr das Nest erreicht, staunst du. Es ist mit weichem Moos, Blättern und unzähligen flauschigen Federn ausgepolstert. Du kletterst hinein und machst es dir bequem. Sofort fühlst du dich warm und geschützt. Die großen Äste der Eiche liegen wie starke Arme um das Nest.

Traumilo nimmt eine einzelne weiche Feder in die Hand. „Denk einmal an jemanden, bei dem du dich wohlfühlst.“ Vielleicht ist es Mama oder Papa. Oma oder Opa. Ein Geschwisterkind. Ein Freund. Vielleicht ein Tier. Vielleicht sogar ein ganz bestimmter Ort.

Sobald du daran denkst, beginnt die Feder warm zu leuchten.

Eine zweite Feder erscheint. Sie gehört zu einer schönen Erinnerung. Vielleicht an eine Umarmung, ein gemeinsames Lachen oder einen Moment, in dem jemand für dich da war. Immer mehr warme Federn kommen hinzu. Du musst niemanden auswählen. Es gibt genug Platz für alle Menschen, Tiere und Erinnerungen, die dir guttun.

Bald liegst du mitten in einem weichen, warmen Federbett.

Manchmal können Menschen, die wir liebhaben, nicht gerade bei uns sein. Vielleicht sind sie in einem anderen Zimmer, bei der Arbeit oder weit weg. Manchmal vermissen wir jemanden. Das kann sich im Bauch oder im Herzen ganz schön schwer anfühlen.

Du legst deine Hand auf eine der warmen Federn. Das schöne Gefühl ist trotzdem da. Denn Nähe kann manchmal auch in einer Erinnerung wohnen. In einem Gedanken. In dem Wissen: Da ist jemand, der mich liebhat.

Die alte Eiche bewegt ihre Zweige sanft im Wind. Das Nest schaukelt ein kleines bisschen. Hin und her. Hin und her. Traumilo sitzt noch eine Weile bei dir. Du bist sicher. Du bist getragen. Du bist nicht allein.

Langsam spürst du wieder deine eigene Decke über dir. Vielleicht stellst du dir vor, sie bestünde heute Nacht aus all diesen warmen Federn. Kuschel dich hinein. Alles ist gut für diesen Moment. Jetzt darfst du schlafen. Gute Nacht.

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